Historie

Die Geschichte des "Hirschen"

Nach einem Aufsatz des in Altheim geborenen Paters Benvenut Stengele gehörte Altheim schon im 13. Jahrhundert dem Kloster Lindau. Zufolge eines Eintrages in das Totenbuch des Klosters Lindau wird vermutet, daß Altheim ein Geschenk des Grafen Ulrich von Dillingen an das Kloster ist. Die Äbtissin des Klosters verlieh das Maieramt (Ortsvorsteher) und die Taverne (Gasthaus zum "Hirschen"). Der Haupthof des Klosters war der Kellhof.

Der "Hirschen" wurde 1848 auf dem historischen Boden des Kellhofes erbaut. Mündlichen Überlieferungen zufolge hat sich der damalige Bauherr finanziell an diesem großen Projekt übernommen und das Haus wechselte in den nächsten Jahren verschiedentlich seinen Besitzer, über die leider kaum etwas bekannt ist. Eine gerade und klare Linie dagegen liegt seit 1893 wieder vor, als Wendelin Geiger aus Baitenhausen den Hirschen käuflich erwarb. 1907 ehelichte seine Tochter Maria den Bürgersohn Isidor Ehinger von Heimatsweiler und wiederum die Tochter Maria blieb auf dem Hirschen und heiratete 1948 den hiesigen Bürgersohn Wendelin Böttinger. Um ein Fortbestehen des historischen Kulturgutes zu wahren, entschlossen sich die Söhne Siegbert und Wendelin J. Böttinger, mit nicht unerheblichem finanziellen Aufwand, das Gebäude in ein modernes Geschäftshaus um zu bauen.

Der unter Denkmalschutz stehende "Hirschen" fällt durch seine ungewöhnlich stattliche, im klassischen Stil gehaltene Bauweise auf. Sein Standort an der großen Kreuzung - die Querverbindung am oberen Rand des Salemer-Tals und Nord-Süd-Verbindung von Überlingen her zum oberen Linzgau nach Pfullendorf - war von dem Erbauer des Hirschen als Gasthof sehr geschickt gewählt worden.

Artikel in der Schwäbischen Zeitung 24.02.2011

Artikel im Südkurier 24.02.2011

Vortrag von A. Mayer, Kulturkreis Oberes Aachtal e.V.  23.02.2011